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Nach Schimpftirade: Bayern erteilt Ribery "hohe Geldstrafe"

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6. Jänner 2019, 11:07

Sportdirektor Salihamidzic zeigt aber auch Verständnis: "Er hat seine Familie verteidigt"

München – Franck Ribery muss nach den heftigen Beleidigungen gegen seine Kritiker nach dem Verzehr eines mit 24 Karat Blattgold überzogenen Ribeye-Steaks eine hohe Geldstrafe zahlen. Das kündigte Sportdirektor Hasan Salihamidzic vom deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München im Trainingslager in Doha/Katar am Sonntag an.

"Er hat Worte benutzt, die wir als FC Bayern München nicht akzeptieren können und die Franck als Vorbild und Spieler des FC Bayern nicht benutzen darf. Ich habe lange mit Franck gesprochen und ihm mitgeteilt, dass er eine hohe Geldstrafe bekommen wird", sagte Salihamidzic. Ribery habe die Strafe akzeptiert. Über die genaue Höhe, wollte sich der Sportdirektor nicht äußern. "Wir haben beim FC Bayern nie über solche Zahlen gesprochen, aber sie wird sehr hoch ausfallen."

"Er hat seine Familie verteidigt"

Salihamidzic zeigte aber auch Verständnis für die Entgleisung des Franzosen in dessen Social-Media-Kanälen. "Er hat nichts bezahlt, er wurde eingeladen. Weil das falsch dargestellt wurde, wurde Franck aufs Übelste beschimpft und beleidigt. Aber nicht nur Franck, sondern auch seine hochschwangere Frau, sein Kind und seine Mama, die im Krankenhaus operiert wurde. Daraufhin hat sich Franck vor seine Familie gestellt, sich gewehrt und die Familie verteidigt. Da hat er jedes Recht zu, da unterstütze ich den Spieler auch", sagte Salihamidzic, fügte aber an: "Leider ist ihm das in einem Punkt total entgleist."

Ribery schrieb unter anderem: "Beginnen wir mit den Neidern und Hatern, die durch ein löchriges Kondom entstanden sein müssen: F**** eure Mütter, eure Großmütter und euren gesamten Stammbaum." Er schulde den Menschen überhaupt nichts, schrieb er weiter und fügte an, dass er seinen Erfolg vor allem Gott, sich selbst und seinen Vertrauten, die an ihn geglaubt haben, zu verdanken habe und ergänzte: "Für die anderen, ihr seid nicht mehr als Kieselsteine in meinen Socken!"

Müller nimmt Ribery in Schutz

Thomas Müller hat unterdessen seinen Teamkollegen Franck Ribery in Schutz genommen. "In diesen Momenten, in denen er sich ungerecht behandelt fühlt, wo er überhart attackiert wird, dann gehen die Pferde mit ihm durch. Er kann sich da eben nicht so kontrollieren", sagte Müller am Rande des Trainingslagers am Sonntag.

"Er ist ein sehr emotionaler Mensch, wie man ihn halt auch in seiner ganzen Karriere bisher miterlebt hat", sagte Nationalspieler Müller weiter: "Ich denke aber schon, dass es im Verlauf der Karriere besser geworden ist, auch wenn es immer wieder so Situationen gegeben hat. Es ist allerdings auch so, dass er viel attackiert wird."

Für die Mannschaft sei das Thema ohnehin "nicht interessant", sagte der 2014er-Weltmeister: "Natürlich unterhält man sich am Tisch darüber, aber es ist eher eine private Angelegenheit." Grundsätzlich wisse Ribery, "wie er sich zu verhalten hat", betonte Müller. (sid, 6.1.2018)