Foto: ORF/Cult Film/Petro Domenigg

Neuer "Tatort" aus Wien: Wahre Lügen, falsche Fakten

12. Jänner 2019, 17:00

In der Folge pendeln Moritz Eisner und Bibi Fellner nicht nur zwischen Wien und St. Gilgen, sondern vor allem zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Es ist grau in grau am Wolfgangsee, die Wolken hängen tief, die Stimmung ist düster. So stellen sich die Sommerfrischler das Salzkammergut nicht vor, Idylle geht anders. Aber es kommt ja auch nicht alle Tage vor, dass dort ein Auto versenkt wird, am Steuer eine Leiche, die Pistole mit einem Tape an der Hand fixiert.

Im neuen Wiener Tatort mit dem Titel Wahre Lügen (Sonntag, 20.15 Uhr, ORF 2, ARD) pendeln Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) nicht nur zwischen Wien und St. Gilgen, sondern vor allem zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Tote im Auto ist eine Journalistin aus Hamburg, die an einer Geschichte rund um illegale Waffengeschäfte arbeitete. Ihre Recherchen führten sie auch zu einem realen Fall, der Österreich zu Beginn der 80er-Jahre erschütterte. Damals wurde der ehemalige Verteidigungsminister Karl Lütgendorf (mit engen Verbindungen zu Udo Proksch) tot aufgefunden, zu seinem angeblichen Suizid gibt es noch immer offene
Fragen.

Autor und Regisseur Thomas Roth vermischt gekonnt das Gestern mit dem Heute und inszeniert ein kompliziertes Gebilde rund um alte und neue Seilschaften. Es geht wie so oft um Macht, Korruption, viel Geld. Aber auch um die neue Regierung, der es offenbar gar nicht recht ist, wenn alte Gschichtln rund um die Buberlpartie neu beleuchtet werden. Weil zu viel Offenheit trotz der vielgepredigten Transparenz wohl einigen schaden könnte. Auch Fellner und Eisner bekommen diese neu verordnete Transparenz zu spüren, auf kurzem Weg geht gar nichts mehr, auch ihr Chef Ernst Rauter (Hubert Kramer) fügt sich. Traurig, diese neuen Zeiten. (Astrid Ebenführer, 12.1.2019)

Adele Neuhauser spricht im Podcast "Serienreif" über den "Tatort"