Foto: Estermann

Widerstand gegen Liftehe zwischen Hochoetz und Kühtai in Tirol

18. Jänner 2019, 07:17

Die Verbindung der Skigebiete gefährde Feldringer Böden und Schafjoch, sagen Kritiker. Konkrete Planungen starten erst, entgegnen die Projektbefürworter

Innsbruck/Silz – Im Tiroler Oberland sorgt erneut ein geplanter Skigebietszusammenschluss für Diskussionen. In Hochoetz und dem Kühtai wollen Seilbahner ihre seit 1996 existierende "Vision" einer Liftehe realisieren. Bergbahnen-Kühtai-Geschäftsführer Philip Haslwanter verweist auf die "nachhaltigen Effekte" einer solchen Verbindung: "Das Projekt wird einerseits eine Angebots- und Komfortsteigerung für die Gäste der Region bringen, andererseits wirtschaftlich sinnvolle Synergien zwischen den Seilbahnunternehmen ermöglichen."

Das sehen nicht alle so. Wie etwa Gerd Estermann, der Sprecher der Bürgerinitiative, die sich gegen das Projekt formiert hat und deren Onlinepetition bereits mehr als 11.000 Unterstützer zählt. Sie befürchten, dass die für das Vorhaben geplanten drei Lifte mitsamt den dazugehörigen Pisten die beliebten Naherholungsgebiete Feldringer Böden und Schafjoch zerstören würden. Estermann und seine Mitstreiter hoffen daher, dass sich unter den Bürgern noch mehr Widerstand formiert, um das Projekt zu stoppen.

Seilbahner weisen Kritik zurück

Seilbahnchef Haslwanter kann dieser Kritik wenig abgewinnen. Noch liege nämlich nicht einmal ein konkreter Projektplan vor: "Wir haben Ende 2018 erst ein Umweltverträglichkeitskonzept beim Land eingereicht und warten noch auf die Antwort." Erst dann könne man mit konkreten Planungen starten. Daher hält Haslwanter das Aufbegehren für verfrüht: "Noch liegt ja gar nichts vor."

Doch Estermann bleibt skeptisch: "Wir wurden schon bisher regelrecht belogen, und nur durch Zufall sickerten die Pläne zu uns durch." Die Gegner setzen bei ihrem Widerstand auf die Bürger der Gemeinde Silz, zu der das Kühtai gehört. Denn obwohl dort mehr als 60 Liftteilhaber leben, stehe die Mehrheit der Bevölkerung dem Projekt kritisch gegenüber, glaubt Estermann. (Steffen Arora, 18.1.2019)