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Trotz Rekordwinters laufen in Seefeld wieder die Schneekanonen

18. Jänner 2019, 16:43

Aus optischen Gründen setzt man in der Vorbereitung auf die Nordische Ski-WM im Februar auf Kunstschnee. Kritiker sprechen von Absurdität

Seefeld – Von 1. bis 15. Jänner 2019 wurden in Seefeld 2,83 Meter Neuschnee gemessen. Das ist neuer Rekord für den ohnehin als Schneeloch bekannten Wintersportort, wie die ZAMG berichtete. Diese Mengen sorgten auch für Probleme, sei es im Straßenverkehr oder wegen der Belastung der Hausdächer.

Doch während man noch mit den Aufräumarbeiten nach dem Jahrhundertschneefall beschäftigt ist, laufen in Seefeld schon wieder die Schneekanonen, wie der ORF Tirol berichtete. Grund dafür ist die im Februar anstehende Nordische Ski-WM. Obwohl die Loipen auch erst ausgegraben werden müssen, setzt man im WM-Stadion aus optischen Gründen auf Kunst- statt Naturschnee.

Kunstschnee schöner anzusehen

Natürlich sei mehr als genug von der weißen Pracht vorhanden. Doch wenn man diese mit Baggern und Lastwagen bewegt, werde aus dem schönen Weiß alsbald ein unansehnliches Braun. Es sei daher einfacher, die Schneekanonen einzuschalten, erklären die Verantwortlichen.

Dieses Vorgehen sorgt bei vielen Tirolern für Kopfschütteln. Auch unter Politikern wie dem Klubobmann der Tiroler Grünen Gebi Mair, der seinem Ärger darüber in einem Facebook-Beitrag Luft machte: "Das ist doch wirklich absurd. So eine Aktion wär nicht mal Felix Mitterer für seine 'Piefke-Saga' eingefallen." (ars, 18.1.2019)