Foto: Natur Refugia

Umstrittenes Hotelprojekt am Obernberger See mangels Zufahrt vor dem Aus

29. Jänner 2019, 18:54

Das Oberlandesgericht Innsbruck hat entschieden, dass es keine ausreichende Zufahrtsmöglichkeit für das geplante Hotel gibt. Betreiber überlegen letztmöglichen Einspruch

Innsbruck – Die Pläne für das sogenannte Containerhotel am Obernberger See in den Stubaier Alpen in Tirol dürften endgültig vom Tisch sein. Acht Jahre lang haben die Projektbetreiber dafür gekämpft, ihre Vision eines praktisch in den Waldboden eingelassenen Wellness- und Seminarhotels namens Natur Refugia an den Ufern des beliebten Ausflugsziels errichten zu dürfen.

Nachdem das Landesverwaltungsgericht im Vorjahr noch den positiven Naturschutzbescheid – zum Entsetzen der Projektgegner – bestätigt hatte, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Innsbruck nun, dass keine ausreichende Zufahrtsmöglichkeit zum geplanten Hotel vorhanden sei. Damit wäre das Bauvorhaben nicht zu realisieren. Denn die alten Vereinbarungen zur Wegnutzung mit örtlichen Landwirten stammen noch aus der Zeit, als am See nur eine Jausenstation für Wanderer betrieben wurde.

Betreiber überlegen letzten Einspruch

Das geplante Hotel würde aber auch ein neues Verkehrskonzept für die zu erwartenden Gäste und Lkws der Lieferanten benötigen. Mangels Zufahrtsberechtigung ist ein solches aber nicht realisierbar. Die Projektwerber zeigten sich gegenüber der Tiroler Tageszeitung enttäuscht von dieser Entscheidung und überlegen nun noch, ob sie die letzte Einspruchsmöglichkeit in Form einer außerordentlichen Revision beim Obersten Gerichtshof bemühen wollen.

Seitens der Gemeinde Obernberg steht außerdem noch die Entscheidung über jenen Antrag aus, der die besagte Straße zu einer öffentlichen umwidmen würde. Denn im Ort gibt es zwar ebenfalls Skepsis gegenüber den Hotelplänen, allerdings ist man sich auch einig, dass am See etwas passieren müsse. Denn seit die alte Jausenstation geschlossen ist, fehlen für die zahlreichen Ausflügler Sanitäranlagen und Müllplätze. (Steffen Arora, 29.1.2019)