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Causa Burgtheater: Regierung gegen Ex-Minister Drozda

30. Jänner 2019, 10:43

FPÖ und ÖVP wollen neue Rechnungshofprüfung

Wien – Thomas Drozda war 2016 erst wenige Tage SPÖ-Kulturminister, da musste er sich zu Vorwürfen äußern, er sei in den Finanzskandal am Burgtheater verwickelt. Der Minister bestritt vehement, Verantwortung dafür zu tragen, dass in der Burg auch in jenen Jahren, in denen er dort als kaufmännischer Direktor tätig war (1998 bis 2008), Abgaben hinterzogen worden sein sollen. Pikant erschien zudem, dass Ministervorgänger Josef Ostermayer (SPÖ) eine nunmehr abgeschlossene Rechnungshofprüfung zur Aufklärung des Skandals nur für die Jahre ab 2008 beauftragt hatte.

ÖVP und FPÖ wollen nun auch die Zeit davor durchleuchtet sehen. Am Dienstag hat die Koalition eine Prüfung durch den Rechnungshof (RH) für den Zeitraum von der Ausgliederung 1999 bis zum Jahr 2009 eingeleitet. FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz sprach von einer notwendigen Klärung der "massiven Vorwürfe" gegen Drozda, der nunmehr als SPÖ-Bundesgeschäftsführer fungiert. Der bestehende RH-Bericht liefere "Hinweise, dass es mutmaßlich bereits unter Drozdas Geschäftsführung zu zahlreichen Ungereimtheiten gekommen" sei. "In seiner Zeit als kaufmännischer Direktor ist ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden. Die Verantwortung Drozdas muss hier aufgeklärt werden."

Drozda bestreitet Vorwürfe

ÖVP-Kultursprecherin Maria Großbauer formulierte es um einiges vorsichtiger. "Im Sinne einer möglichst vollständigen und umfassenden Aufklärung ist die Gebarungsprüfung des Zeitraumes, in dem Thomas Drozda Geschäftsführer der Bundestheater GmbH war, unerlässlich. Denn dieser Zeitraum wurde bisher noch nicht geprüft." So könne die Aufklärungslücke geschlossen werden.

Der 2014 im Zuge des Skandals entlassene Burg-Direktor Matthias Hartmann (gegen ihn wurden mittlerweile alle Vorwürfe fallengelassen) hat Anschuldigungen gegen Drozda erhoben, es seien unter Geschäftsführer Drozda und dessen Nachfolgerin Silvia Stantejsky Bilanzen bereits vor Hartmanns Bestellung zum künstlerischen Direktor gefälscht worden.

Thomas Drozda bestritt dies stets und spricht von "tatsachenwidrigen und rufschädigenden Behauptungen". (stew, APA, 30.1.2019)