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BBC unterlegte Bericht über Brüssel-Reise Mays mit Bildern von Weltkriegsfliegern

31. Jänner 2019, 15:12

Es habe sich um "menschliches Versagen" gehandelt, teilt die BBC mit. Unterdessen müssen die britischen Abgeordnete wegen der Brexit-Verzögerungen um ihren Urlaub bangen

London – Dem britischen Sender BBC ist eine peinliche Panne bei der Brexit-Berichterstattung unterlaufen. Zu den Worten "Theresa May sagt, sie will nach Brüssel zurückkehren, um ihr Brexit-Abkommen nachzuverhandeln" zeigte der Sender Aufnahmen eines Kampfflugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg. In sozialen Netzwerken sorgte die Panne für belustigte Reaktionen.

Es habe sich um "menschliches Versagen" gehandelt, teilte die BBC mit. Ein BBC-Redakteur twitterte: "Ziemlich sicher, dass die Premierministerin nicht auf diese Weise nach Brüssel reisen wird, wenn es denn so weit sein sollte."

Der Ausschnitt mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Weltkriegsflugzeugen gehörte zu einem Bericht über die Eröffnung eines Museums auf dem Militärflugplatz Biggin Hill in der Grafschaft Kent. Von dort starteten viele Spitfire-Jagdflugzeuge, die während der Luftschlacht um England Maschinen der deutschen Luftwaffe abfangen sollten.

Abgeordnetenurlaub droht auszufallen

Die britische Regierung bereitet die Abgeordneten im Unterhaus indes wegen des anhaltenden Brexit-Streits auf einen Verzicht auf ihre Ferien im Februar vor. Derzeit gebe es keine Pläne, den Termin für die Sitzungspause im Februar durch das Parlament absegnen zu lassen, teilte Andrea Leadsom am Donnerstag mit. Sie ist als "Leader of the House" für den Parlamentskalender zuständig.

Die Abgeordneten hatten sich am Dienstag mehrheitlich für heikle Nachverhandlungen am Brexit-Vertrag ausgesprochen und Hoffnungen auf eine baldige Ratifizierung des Abkommens einen Dämpfer versetzt. Die Gefahr eines Brexits ohne Abkommen ist damit gestiegen.

Großbritannien will bereits am 29. März aus der EU ausscheiden, doch viele notwendige Gesetze sind noch nicht verabschiedet. Die Denkfabrik Institute for Government warnte am Donnerstag, dass die Zeit für eine ordentliche Vorbereitung auf ein No-Deal-Szenario viel zu kurz sei. (APA, red, 31.1.2019)