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Facebook stellt drei seiner größten Kritiker ein

1. Februar 2019, 16:01

Cardozo, Green und White sollen Datenschutz bei dem Unternehmen verbessern

Lange Zeit konnte sich Facebook wegen markanter Missstände im Datenschutz kaum aus den Negativschlagzeilen retten. Nun ertönen neue Töne von Seiten des Unternehmens. Wie nun bekannt wurde, erfreut sich Facebook dreier neuer Mitglieder. Im Anschluss an Nathan White, welcher im Dezember die Non- Profit- Organisation Access Now verließ um fortan für Facebook zu arbeiten, folgen nun Robyn Greene vom New America’s Open Institute sowie Nate Cardozo von der Electronic Frontier Foundation, berichtet das US-Tech-Magazin "Wired".

Neuer Anstrich

Ziel des Zuzuges der drei Experten ist es, dem Unternehmen einen neuen Anstrich in Sachen Datenschutz zu verleihen, um nicht zuletzt einen Imagewandel zu unterstützen. So handelt es sich bei den neuen Mitarbeitern um öffentliche Kritiker des Unternehmens. Die Website und daran gekoppelte Apps waren vermehrt in Kritik geraten, als die Vernachlässigung des Datenschutzes und Nicht-Einhaltung von Privatsphärebestimmungen ans Licht kamen.

Bis dato sah die Strategie des Unternehmens vor, WhatsApp, Instagram und Facebook als getrennte Komponenten zu behandeln. Nun soll angestrebt werden, übergeordnete Kommunikation dieser Plattformen möglich zu machen.

Wiederholungstäter Facebook

Der nun eintretende Kurswechsel ist durch intensivierte Untersuchung des Unternehmens wegen wiederholter Skandale und dem daraufhin wachsenden politischen Druck zu erklären. Veränderung folgt langsam, aber stetig: Angesichts der neuen Besetzung verstärkt sich die Hoffnung, Facebook zeige sich nun ernsthaft daran interessiert, eine nachhaltige Neuausrichtung im Umgang mit Datenschutz voranzutreiben.

Cardozo, Green und White könnten weitere Schritte hin zu einem offeneren Diskurs setzen. Kritiker halten jedoch fest, dass es für einen nachhaltigen Wandel des Unternehmens abseits neuer Leitungspersonen gelingen müsse, einen kulturellen Wandel in- und außerhalb des Unternehmens einzuleiten. (red, 01.02.2019)

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Wired