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Vilimsky will es sensibel

Einserkastl |
2. Februar 2019, 18:00

Der FPÖ-Spitzenkandidat für die EU kann keine Hitler-Grüße erkennen

Der junge Mann, der an einem Fenster der schlagenden Burschenschaft Gothia in Wien den rechten Arm hob, wollte nur zu den Demonstranten vor der Bude "winke, winke" machen.

Der mittelalterliche Mann, der in Linz beim Neujahrstreffen der FPÖ zuerst mit Heinz-Christian Strache gesprochen und dann den ausgestreckten Arm hochgerissen hat, wollte nur den gleichfalls anwesenden Innenminister Kickl auf sich aufmerksam machen.

Hitlergruß? Um Himmels willen, nein und abermals nein! Ganz harmlos war das und kein Überschwang unter Kameraden; nicht einmal eine neurologische Zwangsstörung wie in der Szene von "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben": Da schießt die Hand des Ex-Nazi-Raketenwissenschafters in US-Diensten immer wieder von selbst in die Höhe ...

Wir müssen da besser aufpassen, ermahnt uns eine der höchsten moralischen Autoritäten dieses Landes, der FPÖ-EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky: "Ich fordere alle Verantwortungsträger in Politik und Medien dazu auf, bei solchen Vorwürfen mit hoher Sensibilität umzugehen."

Machen wir! Wir gehen sogar mit solchen Vorwürfen um! Und wenn sich Strache nun doch erinnern muss, dass er an einem Tisch mit rechtsextremen Identitären saß und das Foto dazu nicht, wie von ihm behauptet, gefälscht ist, sind wir geradezu Muster an Sensibilität!(Hans Rauscher, 1.2.2019)