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Teslas Spurassistent: US-Behörde soll sich grob verrechnet haben

11. Februar 2019, 08:09

Die Rechnung der US-Behörde NHTSA, wonach Teslas Spurassistent zu deutlich weniger Unfällen führte, wird von Sicherheitsexperten angezweifelt

Wien – Autonome Funktionen bei Autos stehen unter strenger Beobachtung. Aus gutem Grund: Das Vertrauen vieler Menschen in Maschinen und Algorithmen ist grundsätzlich beschränkt. Nun hat ein Statistiker einen Bericht der US-Behörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) zum Tesla-Spurassistent genüsslich zerpflückt.

Geht es nach dem Statistiker Randy Whitfield und seine Firma Quality Control Systems Corporation (QCS) stellt sich der von Tesla-Chef Elon Musk bejubelte – vor rund zwei Jahren errechnete – Rückgang der Unfallrate um 40 Prozent als Zuwachs um 60 Prozent heraus. Whitfield kritisiert den damaligen NHTSA-Bericht scharf. Der Behörde seien bei der Datenauswertung grobe Fehler unterlaufen.

Frage der Daten

QCS hatte den Zugang zu den Daten eingeklagt und wollte eigenen Angaben zufolge herausfinden, auf welchen Daten und Berechnungen die von der NHTSA genannten Sicherheitsverbesserungen beruhen. Laut der Behörde habe es vor der Installation des Autopiloten bei den Tesla-Autos Model S und Model X 1,3 Unfälle pro einer Million Meilen gegeben. Nach der Installation sei diese Quote auf 0,8 gesunken.

Alles Unsinn kritisiert QCS, die von Tesla an die NHTSA gelieferten Daten seien unvollständig gewesen. Nur bei einem Teil sei ersichtlich gewesen, wann der Spurassistent installiert und wieviele Kilometer vorher oder danach gefahren wurden. Bei den vollständigen Daten sähe die Sache ganz anders aus, so QCS und spricht von einem Anstieg um 59 Prozent. Als Unfall wird dabei das Auslösen des Airbags gerechnet.

Aktuelles Bild

Aktuelle Tesla-Zahlen aus dem Vehicle Safety Report ergeben ein etwas anderes Bild: Demnach verzeichnete der E-Autopionier im viertel Quartal 2018 einen Unfall pro 2,91 Millionen gefahrene Kilometer, bei denen die Fahrer die Tesla Fahrassistenzsysteme eingesetzt hatten. Für diejenigen Tesla-Fahrer, die ohne Autopilot fuhren, wurde pro 1,58 Millionen gefahrenen Meilen ein Unfall registriert. Im Vergleich dazu zeigen die neuesten Daten der US-Behörde NHTSA, dass in den Vereinigten Staaten alle 436.000 Meilen ein Autounfall stattfindet. (red, 11.2.2019)

Anmerkung: Dieser Artikel wurde mit aktuellen Zahlen als dem Tesla-Sicherheitsreport ergänzt.