Erfolg für Insektenschutz

Einserkastl |
14. Februar 2019, 18:55

Die bayrische Politik hat erkannt, dass sie irgendwie auf den Erfolg des Volksbegehrens "Artenvielfalt" eingehen muss

Unlängst war der Insektenforscher Martin Mödl vom Naturhistorischen Museum zu Gast bei Armin Wolf in der "ZiB 2". Überaus anschaulich schilderte er, was passiert, wenn wir weiter Insekten ausrotten – und wie man, relativ einfach, den dramatischen Schwund bekämpfen könne: einfach lassen. Einfach "Gstätten" zulassen. Schon das Belassen der Feldraine würde helfen. (Nebenbemerkung: Da Regierungspolitiker anscheinend Armin Wolf tendenziell boykottieren, kommen wir in den vermehrten Genuss solcher wirklich interessanter Interviews.)

In diesem Zusammenhang hat sich bei unseren bayrischen Nachbarn eine umweltpolitische Sensation ereignet: Das Volksbegehren "Artenvielfalt", hauptsächlich zum Schutz der Bienen initiiert, wurde von 18,4 Prozent der Wahlberechtigten unterzeichnet. Das heißt, es muss einen Volksentscheid geben (konkret über die Änderung des bayrischen Naturschutzgesetzes). Und die Forderungen haben es in sich: 30 Prozent Ökolandbau bis 2030, ein großflächiger Biotopverbund und strenge Vorgaben für Düngung und Pestizideinsatz.

Das wäre natürlich in erster Linie eine dramatische Änderung der industrialisierten Landwirtschaft. Die bayrischen Bauernverbände rotieren bereits. Aber die bayrische Politik hat schon erkannt, dass sie irgendwie auf den Erfolg des Volksbegehrens eingehen muss. Das findet, wie gesagt, gleich nebenan statt. (Hans Rauscher, 14.2.2019)

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