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Salzburg verliert nach Führung 1:2 in Brügge

14. Februar 2019, 23:01

Junuzovic-Traumtor zu wenig in kampfbetontem Spiel. Salzburg ist im Rückspiel unter Druck

Brügge – Der "Kaltstart" von Red Bull Salzburg ins Jahr 2019 war nicht von Erfolg gekrönt. Im Sechzehntelfinalhinspiel der Europa League verloren die Bullen bei Belgiens Meister Club Brügge am Donnerstag mit 1:2 (1:0) und müssen im Rückspiel eine Woche später die erste Pflichtspielniederlage der Saison wieder geradebiegen. Der Auswärtstreffer könnte noch Gold wert sein.

Der gelang Zlatko Junuzovic mit einem herrlichen Heber (17.) zur 1:0-Führung. In der zweiten Hälfte verlor der Vorjahrs-Halbfinalist in einer hitzigen, kampfbetonten Partie aber seine leichte Überlegenheit und fing sich nach etwas mehr als einer Stunde den Ausgleich durch Stefano Denswil den Ausgleich ein. Im Finish krönten die Belgier dann dank Wesley (81.) ihre Aufholjagd mit dem Siegestreffer. Der bedeutete im 32. Saisonpflichtspiel die erste Niederlage, im 31. Europacupspiel unter Trainer Marco Rose war es die erste dritte.

Andre Ramalho vergab eine große Chance auf das zweite Tor.
foto: apa/afp/belga/bruno fahy

Keine personellen Überraschungen

Die Gäste setzten auf eine Elf ohne Überraschungen. Nach dem Abgang von Amadou Haidara gingen im Mittelfeld Xaver Schlager, Diadie Samassekou, Hannes Wolf und Junuzovic zu Werke, vorne stürmten der nach Erkrankung wieder fitte Fredrik Gulbrandsen und Munas Dabbur. Nicht im Kader standen die Winter-Zugänge Erling Haaland und Albert Vallci, die am Mittwoch im Mannschaftsflieger gesessen waren.

Dennoch hatte Salzburg in der ersten Viertelstunde nur wenig Spaß auf dem holprigen Rasen des Jan Breydelstadions. Brügge agierte verbuchte vor 22.000 Zuschauern mehr gefährliche Szenen, agierte vor dem Tor aber nicht zwingend. Die wohl einzige wirklich schöne Aktion der Partie entschied selbige dann in der 17. Minute: Nach einem langen Zuspiel Andreas Ulmers in die Spitze, bewies Junuzovic Übersicht und Gefühl und nutzte den Stellungsfehler von Goalie Ethan Horvath perfekt: Der US-Legionär war beim Heber chancenlos.

Brügge sucht den Kampf ...

Die Partie wurde zwar nicht zu einem Leckerbissen, gehörte bis zur Pause immer mehr den Salzburgern. Innenverteidiger Andre Ramalho vergab volley aus Kurzdistanz allerdings die große Chance auf das 2:0 kläglich (34.), vier Minuten später war Horvath beim strammen Schuss des Brasilianers am Posten. Und kurz vor Seitenwechsel streckte sich Horvath bei einem Versuch von Gulbrandsen aus 20 Metern erfolgreich (45.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte versuchte Brügge wieder über den Kampf in die Partie zurückzufinden, prompt musste Dabbur nach einer Ecke mit einem Hechtler per Kopf auf vor der Linie retten (47.). Es war der Auftakt zu einer starken Phase der Belgier, die eine Viertelstunde später durch Denswil an der Stange anklopften (63.) und kurz darauf den Ausgleich perfekt machten – diesmal fand ein Kopfball Denswils via Innenstange den Weg hinter die Linie.

Wesley bejubelte den Siegtreffer.
foto: apa/afp/belga/bruno fahy

... und findet den Siegestreffer

Einzige nennenswerte Reaktion blieb ein Dabbur-Köpfler in die Hände Horvaths (65.), Salzburg konnte gegen die aggressiven Belgier kaum mehr echte Chancen herausspielen. Auch zu Beginn der Schlussphase ließ Brügge nicht nach und nützte sein Momentum bzw. etwas Glück erneut: Wesley war bei einer von Junuzovic unglücklich abgefälschten Flanke aus Kurzdistanz per Kopf zur Stelle. Damit war die Partie entschieden. Ein später Ausgleich wie beim 2:2 im Sechzehntelfinal-Hinspiel bei Real Sociedad im Vorjahr blieb Salzburg diesmal verwehrt. (APA, 14.2.2019)

Europa League, Sechzehntelfinal-Hinspiel, Donnerstag

Club Brügge – Red Bull Salzburg 2:1 (0:1)
Jan-Breydel-Stadion, 22.000 Zuschauer, SR Kabakow (BUL)

Torfolge:
0:1 (17.) Junuzovic
1:1 (64.) Denswil
2:1 (81.) Wesley

Brügge: Horvath – Amrabat (46. Poulain), Mechele, Denswil – Cools (46. Diatta), Vormer, Rits, Vanaken, Dennis – Schrijvers (79. Openda), Wesley

Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer – X. Schlager (76. Mwepu), Samassekou, Wolf (89. Daka), Junuzovic – Gulbrandsen (85. Minamino), Dabbur

Gelbe Karten: Vormer, Vanaken, Wesley bzw. X. Schlager, Ramalho (im Rückspiel gesperrt), Ulmer, Lainer

Rückspiel am 21. Februar, 18.55 Uhr in Salzburg

Meinungen zum Spiel (via Puls 4):

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Niederlagen fühlen sich nie gut an. In Summe muss man sagen, dass sich Brügge den Sieg verdient hat. Sie haben das Ergebnis erzwungen, in der zweiten Hälfte viel investiert und riskiert. Wir haben das nicht so gut verteidigt. Es war eine ganz schwierige Partie für uns und unser erstes Pflichtspiel. Wir haben auch viel investiert. Es war wichtig, dass wir das Spiel gespielt haben, dass wir jetzt drinnen sind in der Saison. Wir wollen es nächsten Donnerstag für uns zwingen."

Zlatko Junuzovic (Salzburg-Mittelfeldspieler): "Die Niederlage nervt schon. Das war unnötig. Sicher hat Brügge in der zweiten Hälfte mehr Druck gemacht, wir hätten aber die eine oder andere Möglichkeit auf den Ausgleich nützen können. Es war klar, dass das schwierig wird. Aber zuhause ist alles möglich. Ich glaube, dass wir das auf jeden Fall packen können."

Hannes Wolf (Salzburg-Offensivspieler): "Es ist sehr bitter auf alle Fälle. Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht, haben die Zweikämpfe angenommen. Wir waren verdient in Führung, haben wenig zugelassen. In der zweiten Halbzeit sind wir in blöde Konter gelaufen, haben blöde Tore nach Standards kassiert. Es ist uns in der zweiten Halbzeit alles nicht mehr so gut gelugen, deshalb das Ergebnis. Wir werden das Spiel analysieren und schauen, woran es gelegen ist. Aber wir lassen die Köpfe nicht hängen, so schlecht ist das Ergebnis nicht."

Alexander Walke (Salzburg-Tormann): "Wir sind gut reingekommen und haben das wichtige Tor geschossen. In der zweiten Hälfte haben wir uns hinten ein bisschen zu weit reindrängen lassen und unsere Möglichkeiten nicht konsequent zu Ende gespielt. Es war unser erstes Pflichtspiel, das war nicht so einfach. Ich denke, wir haben das nicht so schlecht gemacht. Wir müssen zuhause ja 'nur' 1:0 gewinnen."

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