Altmaier und Siemens wollen mehr Cyber-Sicherheit in Lieferketten

15. Februar 2019, 11:44

Siemens führt ab 15. Februar schrittweise Mindestanforderungen für neue Lieferanten ein

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Siemens-Chef Joe Kaeser pochen auf größere Cyber-Sicherheit in den industriellen Lieferketten. "Das schwächste Teil einer Kette ist entscheidend für die Sicherheit", sagte Altmaier am Freitag in München. Kaeser verwies darauf, dass Siemens ab 15. Februar schrittweise Mindestanforderungen für Cyber-Sicherheit für neue Lieferanten einführen wird.

Dies betreffe vor allem Lieferanten von sicherheitskritischen Komponenten wie Software, Prozessoren oder elektronische Bauteile für bestimmte Steuerungseinheiten. Kaeser und Altmaier verwiesen auf die immer größere Vernetzung durch die Digitalisierung und die Gefahr von Manipulationen.

"Charter of Trust"

Beide sprachen auf einer Veranstaltung der "Charter of Trust" für größere Cyber-Sicherheit, der sich mittlerweile 16 Firmen, darunter die Deutsche Telekom, Allianz, Airbus, IBM oder NXP angeschlossen haben. Auch Regierungsbehörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das spanische National Cryptologic Center (CCN) sind der Initiative beigetreten. Nach Angaben von Siemens sind 60 Prozent der Cyber-Attacken auf die Lieferketten von Unternehmen zurückzuführen.

Die Debatte ist auch mit der anstehenden Entscheidung der Bundesregierung über die Ausschreibung für das neue Mobilfunknetz 5G verknüpft. Dabei muss entschieden werden, ob beim Ausbau Produkte etwa chinesischer Netzwerkausrüster wie Huawei verwendet werden dürfen. (APA, 15.2. 2019)