Foto: screenshot/wiener linien

Inter küsst Rapid: Homophobe Hasspostings gegen Wiener-Linien-Sujet

15. Februar 2019, 11:47

Das Social-Media-Team der Wiener Linien antwortete souverän auf abschätzige Beiträge von Nutzern

Wie viele andere Unternehmen posteten auch die Wiener Linien zum Valentinstag auf Facebook ein dazu passendes Foto. Dabei kombinierte man das Fußballmatch zwischen Inter Mailand und Rapid, das an dem Tag stattfand – und stellte zwei Fans dar, die einander in der U-Bahn küssen. Dazu schreibt das Social-Media-Team: "Egal ob Valentinstag oder Match-Day …" Auf dem Foto steht: "Habt euch lieb!"

Erbrechende Emojis und Homophobie

Die Tatsache, dass es sich bei den Fußballfans um zwei Männer handelt, führte allerdings bei einigen Nutzern zu teils wütenden Reaktionen. So veröffentlichten mehrere Nutzer Beiträge mit erbrechenden Emojis, ein User schreibt etwa: "Essen in der U-Bahn wird verboten, aber so was nicht." Ein weiterer schreibt: "Wiener Linien haben gerade alle Inter-Mailand- und Rapid-Fans als Schwule abgestempelt ..."

Wiener Linien antworten

Ein Nutzer sagt (sic!): "Das ihr soetwas postet ist eine frechheit !! Schämt euch !! Es sind auch Kinder in fb !! .. Ab heute fahr ich nur noch schwarz wenn ich die öffis benutze #inyourface". Das Social-Media-Team der Wiener Linien antwortete auf solche Postings in vielen Fällen aber äußerst souverän. Bei dem betreffenden Beitrag schreibt es: "Viel Spaß beim Bezahlen der 105€ Premiumstickets." Solche Antworten kamen auch bei den Usern gut an, die Beiträge erhielten um ein Vielfaches mehr Likes als jene der wütenden Nutzer.

"Schon Arbeit"

Postings mit gravierenderem Inhalt wurden entfernt. Wie eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber dem STANDARD sagt, wurde der Beitrag vermehrt moderiert. "Es ist schon Arbeit, hielt sich aber in Grenzen", heißt es. Den Wiener Linien war bewusst, dass das Posting zu polarisierenden Beiträgen führen könne. "Das war aber nicht die Intention – wir wollten nur zeigen, dass der Fußball auch anders sein kann", sagt die Sprecherin. (muz, 15.2.2019)