Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Ex-Politiker zeigt Morddrohung nach "oe24.tv"-Auftritt an

16. Februar 2019, 16:20

Ein User rief dazu auf, Sebastian Bohrn Mena, ehemals Liste Jetzt, zu erschießen

Der Ex-Politiker Sebastian Bohrn Mena, ehemals SPÖ und später Liste Jetzt, hat eine Anzeige gegen mehrere Hassposter erstattet. Der 33-jährige war zuvor bei dem Fernsehangebot der "Österreich", oe24, zu sehen und hatte dort vor allem Kritik an Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) ausgesprochen.

Mehrere Hasskommentare

"Wir diskutieren jede Woche. Diesmal ging es um die Gewaltwelle", sagt Bohrn Mena dem STANDARD. Die Sendungen werden auf Youtube veröffentlicht. "Da gab es dann eine Reihe an Hasskommentaren", sagt er "Mir solle man ins Gesicht treten, ich sei ein Volksverräter, und so weiter.". Ein Youtube-Nutzer, der auch einen eigenen Kanal mit Videos bespielt, schrieb dass er "daschossn" (erschossen) gehöre.

Mena hat den anonymen Nutzer nun für Gefährliche Drohung angezeigt. Dafür droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. "Mir ist es wichtig, das zu dokumentieren. Man muss es ernst nehmen", so Bohrn Mena. "Ich bin seit ungefähr drei Jahren auf Social Media und werde schon immer wieder beleidigt. Auch Morddrohungen hatte ich mehrmals, aber in letzter Zeit wird es schlimmer."

Bearbeitetes Bild per Mail

Zudem beklagt der Ex-Politiker, dass seine Frau und er per E-Mail einen Screenshot eines gefälschten Bildes erhalten hätten, das angibt, er sei erschossen worden. Das Foto werde in rechten Gruppen auf sozialen Medien geteilt, sagt Bohrn Mena. Die Polizei Wien kündigte daraufhin an, den Fall an das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung weitergegeben zu haben, welches die Sachlage nun prüft.

"Habe keinen Bodyguard"

Ihm sei klar, dass er für viele Nutzer eine Projektionsfläche ist, er wisse aber in solchen Fällen nicht, ob es sich nicht doch um einen realen Aufruf handle. "Nachdem ich ein normaler Typ bin, der in Wien lebt, keinen Bodyguard hat und seine Meinung sagt, kann ich es nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich habe einen zweijährigen Sohn und weiß nicht, ob irgendwer die Grenze überschreiten wird." (red, 16.2.2019)