Foto: APA/dpa/Christoph Schmidt

Werbungen und Tracker haben massiven Einfluss darauf, dass Websites langsamer laden

17. Februar 2019, 16:18

Ex-Google-Entwickler untersuchte Ladezeiten bei Millionen Internetseiten

Entwickler Patrick Hulce hat einen Blick darauf geworfen, welcher Code beim Laden einer Website am längsten benötigt. 60 Prozent der Ladezeit entfallen demnach auf Werbung beziehungsweise Skripten, die das Userverhalten tracken.

Google als größter "Sünder"

Der größte "Sünder" ist laut dem Programmierer Javascript-Code, der Google dabei hilft Werbungen zu platzieren und die User-Aktivität zu verfolgen. Dieser führt zu den längsten Verzögerungen und ist auf Millionen Seiten im Einsatz. 59 Prozent der Ladezeit gehen demnach auf den Google-Code zurück. Hulce war übrigens bei Google als Entwickler im Einsatz. Er arbeitete an Lighthouse, einem Tool für Browser-Performance-Profiling.

WordAds verzögert Ladezeit um 2,5 Sekunden

Bei seiner Analyse stieß Hulce auch auf JavaScript-Skripten, die noch mehr Zeit in Anspruch nahmen – diese waren allerdings bei deutlich weniger Portalen im Einsatz. Am längsten benötigt übrigens das Skript WordAds, das bei WordPress-Seiten verwendet wird. Dieses kann das Laden einer Website um bis zu 2,5 Sekunden verzögern.

Adblocker kein gutes Gegenmittel

Ein Adblocker ist laut Hulce allerdings nicht das beste Gegenmittel. Diese können nämlich dazu führen, dass bei Erkennung Gegenmaßnahmen ergriffen werden, die noch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem sind Tools wie uBlock Origin keine langfristige Lösung. "Die Betreiber benötigen Werbeeinahmen und die Gegenmittel gegen Adblocker können dazu führen, dass sich auch für Nicht-Adblock-Nutzer die Ladezeiten erhöhen", sagt der Entwickler.

Portale mit guter UX unterstützen

Hulce hofft auf Verbesserung durch Internet-User, die ein gutes Werbe- und Tracking-Vorgehen wertschätzen. "Ich bin mir sicher, dass es hilft, wenn man Seiten unterschützt, die eine gute User-Experience mit sich bringen", sagt der Dev zuletzt. (red, 17.2.2019)