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Großbritannien hält Huawei-Risiken bei 5G für kontrollierbar

18. Februar 2019, 12:40

"Financial Times"-Bericht unter Berufung auf nationales Cybersicherheitszentrums NCSC – USA warnen vor Spionage durch den chinesischen Netzwerk-Ausrüster

Die britische Regierung hält einem Bericht der "Financial Times" zufolge die Risiken durch einen Einsatz von Huawei-Ausrüstung in 5G-Netzen für kontrollierbar. Dies sagten zwei Personen unter Berufung auf Erkenntnisse des britischen nationalen Cybersicherheitszentrums NCSC der Zeitung. Details wurden nicht genannt.

Eine Person sagte dem Blatt, diese Schlussfolgerung könne "starkes Gewicht" bei anderen europäischen Ländern haben und ihnen gegebenenfalls als Schablone dienen.

Angst vor Spionage

US-Geheimdienste werfen Huawei und dem kleineren chinesischen Wettbewerber ZTE vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen. Sie vermuten, Ausrüstung oder Handys könnten für Spione eine Hintertür öffnen, um an Staats- und Firmengeheimnisse zu gelangen oder kritische Infrastruktur lahmzulegen. Huawei weist dies vehement zurück. Beweise gibt es bisher nicht. Inzwischen haben allerdings mehrere Industriestaaten erklärt, den Einsatz von Huawei-Technik in ihren Märkten einzuschränken.

Die Bundesrepublik Deutschland hat bisher noch keine Entscheidung über den künftigen Umgang mit Huawei getroffen. Bisher arbeiten alle Telekomanbieter in Deutschland mit dem chinesischen Unternehmen zusammen. Das Verkehrsministerium in Wien hat vor kurzem davor gewarnt, dass ein Ausschluss von Huawei vom Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes zum Innovationshemmnis werden könnte.

Neuseeland verbietet Huawei-Einsatz

Im November hatte der neuseeländische Geheimdienst dem Telekomanbieter Spark verboten, 5G-Infrastruktur von Huawei einzusetzen. Zugleich zeigte der Nachrichtendienst GCSB Spark Möglichkeiten auf, gegen die Sicherheitsbedenken vorzugehen. Jetzt sei es an Spark, sagte die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Montag.

Neuseeland gehört wie das Vereinigte Königreich und die USA dem Sicherheitsbündnis "Five Eyes" an. In diesem Rahmen würden Informationen geteilt, aber "wir treffen unabhängige Entscheidungen" hinsichtlich des weiteren Umgangs mit Huawei, sagte Ardern. Spark erklärte, in Gesprächen mit dem GCSB zu sein. (APA, 18.02.2019)