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Warum es wichtig ist, sich erreichbare Ziele zu setzen

20. Februar 2019, 11:54

Wer sich realistische Ziele setzt, hat ein Gefühl von Kontrolle und Erreichbarkeit. Das erhöht die Zufriedenheit mit dem Leben

Wohlstand, Gemeinschaft, Gesundheit, sinnvolle Arbeit: Die meisten Menschen setzen sich in ihrem Leben Ziele. Wird ein solches erreicht, so trägt dies maßgeblich dazu bei, wie zufrieden man im Leben ist – oder wie unzufrieden, wenn wichtige Ziele nicht erreicht werden konnten.

Wie stark dieser Effekt wirklich ist, hat ein Psychologieteam der Universität Basel. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Magazin "European Journal of Personality". Für ihre Untersuchung haben die Forschenden Daten von 973 in der Deutschschweiz lebenden Personen zwischen 18 und 92 Jahren verwendet, über die Hälfte der Probanden wurde nach zwei und vier Jahren erneut befragt.

Die Teilnehmer hatten die Wichtigkeit und die wahrgenommene Erreichbarkeit von Lebenszielen in zehn Bereichen – Gesundheit, Gemeinschaft, persönliches Wachstum, soziale Beziehungen, Ruhm, Image, Reichtum, Familie, Verantwortung/Fürsorge für kommende Generationen sowie Arbeit – zu bewerten, und zwar anhand einer vierstufigen Skala.

Mit Vorhersagekraft

Eines der Resultate: Wenn jemand seine persönlichen Ziele als realisierbar wahrnimmt, ist dies ein Indikator für späteres kognitives und affektives Wohlbefinden. Menschen sind nämlich dann zufrieden, wenn sie ein Gefühl von Kontrolle und Erreichbarkeit erleben. Wie wichtig für sie ursprünglich das jeweilige Ziel war, ist dabei weniger entscheidend.

Lebensziele tragen damit auch eine Art Vorhersagekraft in sich: Wer sich Ziele in punkto sozialer Beziehungen oder Gesundheit gesetzt hatte, war später auch zufriedener mit seinen Freundschaften oder mit der eigenen Gesundheit. Dieser Zusammenhang zwischen den Lebenszielen und dem späteren Befinden trat relativ unabhängig vom Alter der Befragten auf.

Alter bestimmt Ziele

Welche Lebensziele stehen in welchem Alter im Vordergrund? Die Ziele in einer Lebensphase sind von den jeweiligen Entwicklungsaufgaben abhängig: Je jünger die Befragten, desto wichtiger schienen ihnen Ziele wie persönliches Wachstum, Status, Arbeit und gute soziale Beziehungen. Und je älter sie waren, desto bedeutender waren für sie soziales Engagement und Gesundheit.

"Viele unserer Ergebnisse konnten theoretische Annahmen der Entwicklungspsychologie bestätigen", sagt die Erstautorin und Doktorandin Janina Bühler von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel. Die Lebensziele werden zwar stark durch das Alter bestimmt, "wenn es aber darum geht, ob diese Ziele zufrieden machen, so ist das Alter weniger entscheidend." Erwachsene Menschen, ob alt oder jung, sind in der Lage, die Wichtigkeit und die Erreichbarkeit ihrer Ziele aufeinander abzustimmen. (red, 20.2.2019)