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Senegals Präsident Sall in erster Runde wiedergewählt

25. Februar 2019, 17:51

Laut Premier Dionne – Herausforderer warnen vor vorschneller Ausrufung eines Wahlsiegers

Dakar – Bei der Präsidentschaftswahl in Senegal ist Staatschef Macky Sall nach Angaben des Regierungslagers bereits im ersten Durchgang wiedergewählt worden. Ministerpräsident Mahammed Boun Abdallah Dionne sagte in der Nacht auf Montag in der Hauptstadt Dakar, der Amtsinhaber habe "mindestens 57 Prozent" der Stimmen erhalten. Damit wäre keine Stichwahl nötig. Allerdings liegt bisher noch kein offizielles Wahlergebnis vor.

Kurz zuvor hatten zwei Herausforderer Salls vor einer vorschnellen Ausrufung eines Wahlsiegers gewarnt. Ex-Regierungschef Idrissa Seck sagte, die vorliegenden Ergebnisse ließen vielmehr darauf schließen, dass eine zweite Wahlrunde erforderlich sei. Der ebenfalls kandidierende Abgeordnete Ousmane Sonko sagte, zum jetzigen Zeitpunkt könne sich kein Kandidat zum Wahlsieger erklären.

Die offiziellen Ergebnisse der einzelnen Regionen werden nicht vor Dienstag erwartet, das landesweite Ergebnis soll erst am Freitag veröffentlicht werden. Erhält keiner der Kandidaten im ersten Durchgang mehr als 50 Prozent, ist für den 24. März eine Stichwahl vorgesehen.

Teilergebnisse veröffentlicht

Von örtlichen Medien veröffentlichte Teilergebnisse sahen Sall in vielen Wahlbüros weit vorne. Der 56-jährige ehemalige Geologe und Ministerpräsident unter seinem Vorgänger Abdoulaye Wade ist seit 2012 Staatschef des Landes. Gegen ihn traten vier Herausforderer an, von denen Seck und Sonko die meisten Chancen eingeräumt wurden.

Salls ursprünglich aussichtsreichste Rivalen, Dakars früherer Bürgermeister Khalifa Sall und der Sohn von Ex-Präsident Wade, Karim Wade, waren wegen Korruptionsvorwürfen von der Wahl ausgeschlossen worden.

In der früheren französischen Kolonie waren 6,7 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Behörden hatten für die Wahl den Einsatz von 8000 Polizisten sowie zahlreicher Zivilbeamter in den urbanen Zentren angekündigt. Nach Angaben des Innenministeriums waren zudem rund 5000 Wahlbeobachter im Einsatz, darunter knapp 900 Vertreter internationaler Beobachtermissionen.

Die Beobachtermission der Europäischen Union sprach von einem insgesamt "eher positiven" Verlauf in den von ihr besuchten Wahlbüros. "Es gab nur sehr wenig Gewalt, sehr vereinzelte Zwischenfälle, was sehr gute Nachrichten sind", sagte Missionsleiterin Elena Valencianp.

Der Senegal gilt als Musterbeispiel für Stabilität in Westafrika. Das mehrheitlich muslimische Land blieb von islamistischen Anschlägen weitgehend verschont, seine Wirtschaft verzeichnet ein deutliches Wachstum. Sall legte in seiner ersten Amtszeit den Schwerpunkt seiner Politik auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Seine Kritiker werfen ihm jedoch vor, zu wenig für bessere Basisdienstleistungen, Gesundheitsfürsorge und Bildung zu tun. (APA, 25.2.2019)