3,35 Prozent mehr Lohn in der Stein- und keramischen Industrie

14. März 2019, 07:45

100 Prozent Zuschlag für elfte und zwölfte Stunde sowie ab der 51-Stunden-Woche – Muchitsch erfeut über Einigung in erster Verhandlungsrunde

Wien – Die 8.500 Arbeiter in der Stein- und keramischen Industrie haben ab Mai um 3,35 Prozent höhere KV-Löhne und um 3,2 Prozent höhere Ist-Löhne. Wie die Gewerkschaft Bau-Holz in der Nacht auf Donnerstag mitteilte, gab es bereits in der ersten Lohn-Verhandlungsrunde eine Einigung. Für die elfte und zwölfte Stunde sowie ab der 51-Wochen-Stunde gibt es nun einen Überstundenzuschlag von 100 Prozent.

Damit habe man einen "Ausgleich" für die "Arbeitszeitverlängerung dieser Bundesregierung", sagte GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch (SPÖ) nach Abschluss der 15-stündigen Verhandlungen mit Vertretern der Industrie.

Heiliger Abend und Silvester

Zur Hälfte durchsetzen konnte sich die Gewerkschaft mit ihrer langjährigen Forderung, dass Heiliger Abend und Silvester frei sein sollen. Künftig soll für beide Tage nur noch ein Urlaubstag in Anspruch genommen werden müssen. Deutlich erhöht wird die Lehrlingsentschädigung für über 18-Jährige, die nun 80 bis 90 Prozent des Facharbeiterlohns bekommen. Über eine Modernisierung der Lohnordnung und eine einheitliche Regelung der Zulagen soll eine Arbeitsgruppe beraten, mit dem Ziel einer gemeinsamen Lösung bis Mai 2020.

Muchitsch zeigte sich erfreut, dass es möglich war, "ohne Kampfmaßnahmen in nur einer Verhandlungsrunde einen fairen Abschluss zu erreichen". GBH und die Stein- und keramische Industrie hätten gezeigt, "wie gelebte Sozialpartnerschaft funktioniert". (APA, 14.3.2019)