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Gelbwesten-Proteste: Pariser Polizeipräsident muss gehen

18. März 2019, 17:08

Frankreichs Präsident Macron berief wegen der Gewalt eine Krisensitzung ein

Paris –Nach der erneuten Eskalation der Gewalt bei Gelbwesten-Protesten wird der Pariser Polizeipräsident Michel Delpuech abgelöst. Der Ministerrat werde am Mittwoch offiziell den bisherigen Präfekten des Départements Gironde, Didier Lallement, als Nachfolger ernennen, sagte Regierungschef Édouard Philippe am Montag. Zuvor war Präsident Emmanuel Macron mit den Spitzen der Regierung zu einem Krisentreffen wegen der Gewalt vom Wochenende zusammengekommen.

Philippe hatte am Sonntag Fehler beim Sicherheitskonzept eingeräumt und wollte dem Präsidenten Lösungsvorschläge machen. Zu dem kurzfristig angesetzten Treffen am Montagmittag kamen unter anderem Innenminister Christophe Castaner und Justizministerin Nicole Belloubet in den Präsidentenpalast.

Am Samstag war es bei den Protesten rund um die Champs-Élysées wieder zu heftigen Krawallen gekommen – Restaurants wurden verwüstet, Geschäfte geplündert, Autos und Zeitungsstände angezündet.

Bereitschaftspolizist steckte Trikots ein

Unterdessen wurde bekannt, dass ein Polizist unter Verdacht steht, sich an Plünderungen am Rande der Gelbwesten-Proteste beteiligt zu haben. Die Generalinspektion der Nationalpolizei eröffnete interne Ermittlungen, hieß es am Sonntagabend. Ein von der Onlineplattform "Brut" verbreitetes Video zeigt, wie der Bereitschaftspolizist in dem geplünderten Fanshop des Fußballklubs Paris Saint-Germain Trikots in einen Rucksack steckt. Der Vorfall ereignete sich dem Bericht zufolge auf den Champs-Elysées, wo Randalierer in zahlreiche Geschäfte eindrangen. Der Film endet, als ein weiterer Polizist den Kameramann mit seinem Schlagstock traktiert.

Nach Angaben der Pariser Industrie- und Handelskammer wurden 91 Geschäfte beschädigt, geplündert oder angezündet. Randalierer schlugen unter anderem bei der Modekette Boss Scheiben ein, Läden von Zara und Lacoste wurden geplündert. Eine Filiale der Luxustaschenmarke Longchamp wurde angezündet. (APA, red, 18.3.2019)