Foto: Reed Exhibitions/www.christian-husar.com

Besucherschwund bei großen Wiener Messen

19. März 2019, 16:56

Die "Wiener Immobilienmesse" war wieder ein Erfolg, aber die "Wohnen & Interieur" wird 2020 verkürzt, "Bauen & Energie" bekommt neues Konzept

Wien – Auch die 7. "Wiener Immobilienmesse" war ein Erfolg: Genau 6623 Besucher zählte Veranstalter Reed Exhibitions am vergangenen Wochenende im Congress Center der Wiener Messe, ein neuer Rekord. In den sieben Jahren ihres Bestehens konnte die "WIM" damit die Zahl der Besucher mehr als verdoppeln (2013 kamen genau 3104). Die Zahl der Aussteller legte von 77 (2013) auf zuletzt 120 zu.

"Bauen & Energie" fehlten viele Aussteller

Bei den beiden "großen" Wiener Bau- und Wohnmessen im Frühjahr, der "Bauen & Energie" und der "Wohnen & Interieur", sieht es ein wenig anders aus. Beide Messen haben in den vergangenen Jahren teils massiv an Besuchern eingebüßt. Kamen von 2015 bis 2017 im Schnitt noch jeweils rund 45.000 Besucher zur "Bauen & Energie", waren es 2018 und 2019 nur noch etwas mehr als 38.000. Heuer musste die Messe sogar erstmals von drei auf zwei Hallen verkleinert werden, weil einige große langjährige Aussteller fehlten.

Auch die "Wohnen & Interieur", die ebenfalls am Sonntag zu Ende ging, hatte erstmals seit vielen Jahren weniger als 70.000 Besucher an allen neun Messetagen. Durch die zeitgleich stattfindende "WIM" fiel das Minus zwar nicht so dramatisch aus, dennoch geht es auch hier seit Jahren bergab.

"Wohnen & Interieur" künftig Mittwoch bis Sonntag

Der Besucherschwund bleibt nicht ohne Folgen: 2020 wird die "Wohnen & Interieur" auf fünf Tage verkürzt, bestätigt Pressesprecher Paul Hammerl dem STANDARD. Das erste Wochenende entfällt, die Messe wird am Mittwoch beginnen und bis Sonntag laufen; Samstag und Sonntag dann wie bisher parallel zur "WIM". An Letzterer müsse man "nicht herumschrauben, das Konzept ist gut", so Hammerl.

Vielen Ausstellern der "Wohnen & Interieur" wäre es wohl ganz recht, die äußerst spärlich besuchten Wochentage Montag bis Donnerstag zu streichen und die Messe nur noch an den beiden Wochenenden abzuhalten. Das sei aber logistisch nicht möglich, so Hammerl. "Da ist dann trotzdem das ganze Gelände für neun Tage blockiert." Die Verkürzung auf fünf Tage werde sich aber auch auf die Preisgestaltung auswirken, verspricht er.

Neues Konzept für "Bauen & Energie"

Bei der "Bauen & Energie", die vier Tage dauert, wird man das Konzept überarbeiten. Die Messe müsse mehr die Zielgruppe der Stadtbewohner im Auge haben, weniger die Häuslbauer am Land, so Hammerl. "Also weniger Heizsysteme, mehr altersgerechtes Wohnen und Sanieren." (mapu, 19.3.2019)