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"von"

Einserkastl |
21. März 2019, 18:56

Karl Habsburgs Anlehnung an deutschnationale Kreise wird in vielen alten österreichischen Adelsfamilien ziemlich kritisch gesehen

Karl Thomas Robert Maria Franziskus Georg Bahnam Habsburg-Lothringen möchte sich gerne Karl von Habsburg nennen – so wie auf seiner Website KarlvonHabsburg.at. Die Führung von "Adelsbezeichnungen, Titel und Würden" ist seit 1919 untersagt. Habsburg will nun per Gerichtsurteil das Gesetz "auf den Müllhaufen der Geschichte" schaffen.

Das "Erzhaus" Habsburg ist im Guten wie im Schlechten, im Großartigen wie im Skurrilen mit der Geschichte und der Kultur Österreichs untrennbar verbunden. Die Republik hat deshalb mehr oder weniger ihren Frieden mit Habsburg gemacht. Karl Habsburg, der Enkel des letzten Kaisers Karl I., hat seine politischen Ambitionen weitestgehend aufgegeben, vernetzt sich aber über den St.-Georgs-Orden. Dort treffen einander schwarze und blaue Politiker (z. B. Erwin Pröll, Johann Gudenus und Norbert Hofer), die Ausrichtung ist christlich-konservativ bis reaktionär. Großmeister des Ordens ist "S.k.k.H." (Seine kaiserlich-königliche Hoheit) Karl von Habsburg. "Ehren-Prokurator" ist ein Baron Norbert van Handel, ein Rechtsverbinder zwischen ÖVP und FPÖ.

Karl Habsburgs Anlehnung an deutschnationale Kreise wird in vielen alten österreichischen Adelsfamilien ziemlich kritisch gesehen. Sein Bestehen auf das "von" wird eher belächelt. Auf Partezetteln und Hochzeitsanzeigen ist der Adelstitel aber längst wieder üblich. (Hans Rauscher, 21.3.2019)