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Weniger klassische Anlegerwohnungen in Wien verkauft

3. April 2019, 10:34

Auf steuerliche Vorteile wird laut aktuellem EHL-Marktbericht immer öfter verzichtet

Vorsorgewohnungen, also Wohnungen, die zu Anlagezwecken gekauft und dann vermietet werden, sind eine beliebte Investitionsform. Allerdings wurden davon im Vorjahr in Wien um 29 Prozent weniger nach dem klassischen Vorsorgewohnungsmodell mit Steuerbegünstigung verkauft als im Rekordjahr 2017: Laut einem Marktbericht von EHL Immobilien waren es 2018 genau 677 Vorsorgewohnungen um insgesamt 150 Millionen Euro. Der Netto-Durchschnittspreis je Wohnung lag damit bei etwa 222.000 Euro.

Im Vorjahr vollzog sich laut Marktbericht eine "bemerkenswerte Trendwende": So verzichteten mehr Privatanleger auf den Vorsteuerabzug, den sie beim Kauf einer Vorsorgewohnung geltend machen könnten, und kauften zum Eigennutzerpreis – und schienen daher nicht in der Statistik für Vorsorgewohnungen auf, wie man bei EHL betont.

Der Grund für diese Entwicklung liege am stark gestiegenen und meist umsatzsteuerfreien Grundkostenanteil an den Gesamtkosten, der dazu führt, dass die abzugsfähige Vorsteuer an Bedeutung verliert. Eine oft nicht mehr als sechs- bis achtprozentige Ersparnis beim Kauf rechtfertige für viele die mit dem Vorsteuerabzug verbundenen Auflagen nicht. Dazu gehören beispielsweise Einschränkungen bei der Eigennutzung und 20 Jahre dauernde Aufzeichnungspflichten. (red, 3.4.2019)