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Von Hochbeet bis Tomate: Die neuen Gartenbücher

15. April 2019, 12:14

Mit dem Frühling sprießen auch die Ratgeber zu gekonntem Garteln. Die Palette reicht von Hochbeetanleitungen bis zur insektenfreundlichen Gartengestaltung. Es scheint, als wäre für jeden Topf ein Pflänzchen gewachsen

Paradiesische Äpfel

Ute und Martin Studer (Fotografien), "Tomatenlust – Die Geheimnisse der Tomatenpioniere", 41,10 Euro / 240 Seiten, Haupt-Verlag
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Der Geschmack einer direkt von der Staude gepflückten Tomate ist etwas Wunderbares. Erst recht, wenn eine besonders wohlschmeckende Sorte angebaut wurde. Die Vielfalt erhalten und pflegen – dieser Aufgabe haben sich die Porträtierten im Buch Tomatenlust von Ute und Martin Studer angenommen.

Die beiden haben Menschen besucht, deren Leben den "Paradiesäpfeln" gewidmet ist, vom französischen Adeligen mit Schloss an der Loire bis zur Privatgärtnerin in Kroatien. Natürlich darf der burgenländische "Paradeiserkaiser" Erich Stekovics nicht fehlen, dessen Werdegang ebenso interessant zu lesen ist wie jener der anderen Tomaten-Begeisterten, was das Buch zu weit mehr als einem Ratgeber-Gartenbuch macht. Anbautipps gibt es natürlich auch, inklusive jener der Autoren, die selbst in Zürich zig Tomatensorten anbauen. (Petra Eder)

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Wissen anhäufen

Guy Barter, "Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten?". 18 Euro / 224 Seiten, LV-Buch im Landwirtschaftsverlag, Münster 2019
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Der Brite Guy Barter, langjähriger Chefgärtner der Royal Horticultural Society, hat nach Wie lange braucht eine Schnecke zurück in meinen Garten? abermals ein skurriles Gartenbuch herausgebracht.

Nun beantwortet er in Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten? auf unterhaltsame Weise praktische Fragen rund um den Garten. Fragestellungen wie "Kann ich Kinder und einen Rasen haben?" oder "Kann ich Mücken davon abhalten, in meiner Regentonne zu brüten?" und Barters im Plauderton daherkommenden Antworten machen auch Anfängern ohne grünen Daumen Lust, über einen Garten nachzudenken. Oder es fürs Erste mit einem Hochbeet zu versuchen. (Anne Feldkamp)

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Oasen schaffen

Cynthia Nagel, "Mein summendes Paradies". €3 0,90 / 288 Seiten, Gräfe-und-Unzer-Verlag, München 2018
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Mit den Ratschlägen aus ihrem Buch Mein summendes Paradies wird aus jedem Garten eine Oase für Bienen und Insekten, sagt Autorin Cynthia Nagel. Sie erklärt, welche Pflanzen Mensch und Tier gefallen, und lädt zur Insektenvolkszählung ein. Wildbiene und Schmetterling bekommen ein eigenes Porträt, auch wie man unerwünschte Tierchen ökologisch bekämpft verrät sie.

Nagels Garten ist in verschiedene Zonen unterteilt – vom Kies- bis zum Gute-Laune-Bereich. Ein bisschen Fläche sollte man also schon zur Verfügung haben, um ihre Tipps umzusetzen. Und auch schon das eine oder andere verpflanzt haben, bevor man sich an die Busch- und Baumauswahl macht. (Nina Wessely)

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Hoch hinaus

Doris Kampas, "Das unglaubliche Hochbeet – Ernten bis zum Umfallen". 16,99 Euro / 120 Seiten, Löwenzahn-Verlag, Innsbruck 2019
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Das ideale Sachbuch zur grassierenden Hochbeet-Mania liefert Doris Kampas. Die Boku-Absolventin und Unternehmerin behandelt in Das unglaubliche Hochbeet das Thema von A bis Z, Schritt für Schritt: vom richtigen Anlegen eines Hochbeets über Fachbegriffe bis zu Kampfmitteln gegen Schädlinge.

Damit sollte "Ernten bis zum Umfallen", wie der Untertitel verspricht, kein Problem sein. Hilfreich für den Gartler sind die zahlreichen Illustrationen. Praktisch sind thematisch aufbereitete Tafeln, die veranschaulichen, welche Sorten sich miteinander vertragen, in welcher (zeitlicher und räumlicher) Reihenfolge die Aussaat erfolgen sollte et cetera. Man möchte direkt loslegen. (Markus Böhm)

Hochbeete sind seit einigen Jahren besonders gefragt.
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Praktisch garteln

Royal Horticultural Society, "So geht Garten – Die Basics für Einsteiger". 20,60 Euro / 256 Seiten, Dorling-Kindersley-Verlag, London 2019
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Der englische Garten gilt Gärtnern auf der ganzen Welt als Maßstab. Hilfestellung, um zumindest in die Nähe eines solchen zu kommen, kann das Buch So geht Garten leisten. Experten der britischen Gartengesellschaft Royal Horticultural Society klären bloody Anfänger über die Basics auf.

Sie liefern ein leicht verständliches Kompendium zum Anlegen von Zier- und Nutzgärten, eine Pflanzenübersicht für die Jahreszeiten und das wichtigste Gartenvokabular. Aufgepeppt wird das Ganze mit Projektbeispielen, durch die der Hobbygärtner step by step geführt wird. So sollte das nächste Heckenschneiden kein Problem sein. Hochbeete dürfen natürlich auch nicht fehlen. (Markus Böhm)

(RONDO, 15.4.2019)