Foto: APA

Aktionsgemeinschaft: Bundesobmann Ramusch ist Spitzenkandidat

23. April 2019, 09:35

Dominik Ramusch geht für die AG ins Rennen um den ÖH-Vorsitz. Er fordert ein österreichweites Studententicket und mehr Service statt Ideologie

Nachdem die Jungen Liberalen Studierenden (Junos), der Verband Sozialistischer Studierender (VSStÖ), die Grünen und Alternativen Studierenden (Gras) und die beiden kommunistischen Listen, KSV-KJÖ und KSV-Lili, ihre Spitzenkandidaten für die ÖH-Wahl von 27. bis 29. Mai präsentiert hatten, stellte auch die Aktionsgemeinschaft (AG) ihren Kandidaten vor.

Für die VP-nahe Studierendenorganisation wird der 26-jährige Dominik Ramusch ins Rennen geschickt. Der Forstwirtschaftsstudent an der Universität für Bodenkultur ist seit 2017 auch Bundesobmann der AG. Auf Platz zwei der Liste kandidiert die 19-jährige Ophelia Kohler. Sie studiert European Economy an der Fachhochschule des BFI in Wien. An dritter Stelle steht Julian Pekler, 25, der derzeit an seinem Doktorat in Rechtswissenschaften an der Uni Graz arbeitet.

"Einfach studieren"

Neben dem Spitzenkandidaten wurde auch die Kampagne "Einfach studieren" vorgestellt. "Wir verstehen uns als Interessenvertretung und Servicestelle der Studierenden", sagte Ramusch bei der Pressekonferenz. "Im Uni-Alltag haben Studierende genug Sorgen: bürokratische Hürden, organisatorische Schwierigkeiten, Fahrtkosten, Anwesenheit, Prüfungen und vieles mehr. Die Studierenden sollen einfach studieren können – wir kümmern uns um den Rest", sagte der Spitzenkandidat. Konkrete Vorschläge dafür: ein österreichweites Studententicket, denn "Mobilität darf für Studierende kein Luxus sein".

Ebenfalls will die AG einen flächendeckenden Ausbau von Livestreams an der Uni und Netscript. Das ist ein Abosystem, das Studierenden Onlinezugriff auf die gesamte Fachliteratur ermöglichen soll, die sie für ihr Studium brauchen. "Netscript ist das Netflix für Skripten. Damit spart man sich nicht nur Geld, sondern auch viel Energie, weil man nicht mehr kiloweise Papier schleppen muss", sagte Ramusch. An Universitäten wie Harvard, Oxford oder Cambridge seien E-Skripten und sogenannte "Massive Open Online Courses" bereits heute Standard. Aber auch eine bessere Anrechenbarkeit von ECTS-Punkten bei Standortwechseln während des Studiums gehört zum Wahlprogramm.

Abschaffung des allgemeinpolitischen Mandats

Mit diesen Forderungen will sich die AG auch von den Mitbewerbern abgrenzen: "Wenn man die Kampagnen der anderen anschaut, bekommt man den Eindruck, dass die mehr Politik spielen als Interessenvertretung machen wollen." Deshalb steht die AG auch für die Abschaffung des allgemeinpolitischen Mandats der ÖH – eine langjährige AG-Forderung. Zunächst wolle man sich mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen und darüber diskutieren, wie man es "verschärfen" könne.

Das allgemeinpolitische Mandat sei ein "schwarzes Loch für ÖH-Beiträge". Dazu meint Ramusch: "Das allgemeinpolitische Mandat erlaubt es der ÖH nämlich, Geld für Organisationen und Vereine auszugeben, die nichts mit der Hochschule zu tun haben." Aus Ramuschs Sicht eine Verschwendung, denn das Geld würde den "Alltag der Studierenden nicht tangieren". "Gleichzeitig haben wir zehn Millionen Euro an Rücklagen gebunkert." Mit diesen müsse man etwas für die Studenten anbieten: "Die ÖH ist kein Sparverein."

AG will in Exekutive

Bei der ÖH-Wahl Ende Mai will Ramusch mit der AG nicht nur die stärkste Fraktion werden, sondern auch in die Exekutive kommen. Als Koalitionspartner schließe man hier keine Fraktion aus. Bei den vergangenen ÖH-Wahlen 2017 erreichte die AG mit 26 Prozent die Mehrheit der Stimmen, was 15 Mandaten in der 55-köpfigen Bundesvertretung entspricht. Der Vorsitz setzt sich derzeit aber aus einer linken Koalition von Gras, VSStÖ und den Fachschaftslisten zusammen. (red, 11.4.2019)