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Zverev scheitert früh, Federer kritisiert Ticketpreise

14. Mai 2019, 17:10

Zweisatzniederlage für deutschen Weltranglistenfünften gegen Italiener Berrettini – Thiem/Melzer in drei Sätzen weiter – Williams-Duell geplatzt

Rom – Deutschlands Spitzentennisspieler Alexander Zverev hat die Generalprobe für die French Open gründlich verpatzt. Der 22-Jährige verlor beim ATP-Masters-1000-Turnier in Rom nach Freilos sein Auftaktmatch in Runde zwei gegen den italienischen Lokalmatador Matteo Berrettini 5:7, 5:7. Damit hat der in der Weltrangliste hinter Dominic Thiem auf Rang fünf zurückgefallene Zverev acht der letzten 14 Spiele auf der Tour verloren.

Für den gebürtigen Hamburger ist es nach dem kleinen Aufwärtstrend beim Masters in Madrid ein erneuter Rückschlag. Nachdem er in der Vorwoche nach zwei Erfolgen gegen den Spanier David Ferrer und den Polen Hubert Hurkacz erst im Viertelfinale gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas verloren hatte, folgte nun ein weiteres frühes Aus. "Ich habe ein schreckliches Match gespielt, das war ganz anders als in Madrid", sagte ein merklich bedienter Zverev kurz und knapp.

Durch die bislang völlig verkorkste Sandplatzsaison könnte der deutsche Topspieler nun auch im Ranking weiter abrutschen. In Rom könnte er im ungünstigsten Fall von Tsitsipas und dem Japaner Kei Nishikori überholt werden und erstmals seit August 2017 aus den Top fünf fallen.

Thiem/Melzer im Achtelfinale

Thiem hat sich am Dienstag hingegen erfolgreich für sein Erstrundeneinzel warmgespielt. Der Weltranglistenvierte setzte sich mit Jürgen Melzer in der ersten Doppel-Runde gegen die Italiener Filippo Baldi/Andrea Pellegrino knapp mit 6:3, 3:6, 10:7 durch. Als Achtelfinalgegner warten die topgesetzten Lukasz Kubot/Marcelo Melo (POL/BRA).

Zuletzt war Thiem mit dem Argentinier Diego Schwartzman in Madrid bis ins Finale vorgestoßen. Am Mittwoch (zweite Partie nach 11 Uhr) steigt der 25-jährige Niederösterreicher im Einzel erstmals ins Geschehen ein, da wartet in der zweiten Runde der Spanier Fernando Verdasco.

Knie stoppt Serena Williams

Im Damenbewerb nicht mehr vertreten ist die US-Amerikanerin Serena Williams. Sie musste wegen einer Knieverletzung auf ein Antreten in der 2. Runde gegen ihre Schwester Venus, die kampflos in die 3. Runde einzog, verzichten. Das Knie hatte der 37-Jährigen diese Saison schon öfter zu schaffen gemacht. Deshalb und auch wegen einer Viruserkrankung hatte sie seit dem Viertelfinale bei den Australian Open nur zwei Matches zu Ende gebracht. Eines davon am Montag mit dem 6:4, 6:2-Erfolg gegen die Schwedin Rebecca Peterson. Die 23-fache Grand-Slam-Turniersiegerin muss damit auch um ihre Teilnahme an den French Open bangen.

Federer kritisiert Preiserhöhung

Roger Federer (37) hat indes den kurzfristigen Preisaufschlag bei den Tickets für sein Auftaktmatch beim ATP-Masters in Rom kritisiert. Das Turnier im Foro Italico sei "total business-orientiert", sagte der Schweizer Tennisstar bei Sky: "Das ist enttäuschend für die Fans." Als Spieler sei er allerdings machtlos, er könne nur sagen: "Macht das bitte nicht!"

Die Organisatoren des Sandplatzturniers hatten nach Federers Zusage am Samstag die Preise für das Match gegen den Portugiesen Joao Sousa beinahe verdoppelt – angeblich, um die Frühbucher zu belohnen. Federer spielt erstmals seit 2015 wieder in Rom, um sich Matchpraxis für die French Open in Paris (ab 26. Mai) zu holen.

"Egal, was hier passiert, es tut mir gut, Matches auf solch einer Bühne zu bestreiten", sagte Federer vor seinem Match am Mittwoch. In der vergangenen Woche hatte er in Madrid sein Sandplatz-Comeback nach fast dreijähriger Abstinenz gegeben – und mit dem Einzug ins Viertelfinale, in dem er nur knapp am Österreicher Dominic Thiem gescheitert war, überzeugt. (APA, sid, 14.5.2019)