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Vorarlberger FPÖ-Chef Bitschi: Man muss aufräumen

20. Mai 2019, 16:32

Die Vorarlberger FPÖ fühlt sich von VP-Chef Wallner beleidigt und distanziert sich von Strache und Co

Bregenz – Peinlich und dumm hätten Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus gehandelt, sagt der Vorarlberger FPÖ-Chef Christof Bitschi. Er distanzierte sich bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag von seinem früheren Idol und Mentor. Spät, wie zahlreiche frühere FPÖ-Landespolitiker via ORF Vorarlberg kritisierten.

Bitschi, in dessen Partei es rumort – Gemeindepolitiker in Götzis, Altach und Meiningen haben ihm den Rücken gekehrt –, ist mit Blick auf die Landtagswahl zuversichtlich. Seine Partei werde weiterhin die Themen vorgeben. Auf Bundesebene wünscht er sich Norbert Hofer als Spitzenkandidaten, die Partei brauche aber auch Herbert Kickl.

In Vorarlberg wird am 22. September gewählt. Einen Superwahlsonntag will man in der Volkspartei aus rechtlichen, logistischen und nicht zuletzt wahltaktischen Gründen nicht. Die VP will, und das hat seit Schüssel I Tradition, an den Geschehnissen in der Bundespolitik nicht anstreifen.

Moralische Untiefen

Ungewohnt scharf reagierte Landeshauptmann Markus Wallner (VP) auf das Ibiza-Video. Er sprach von "verachtenswerten moralischen Untiefen". Eine solche FPÖ habe auf der Vorarlberger Regierungsbank keinen Platz, ließ er FPÖ-Chef Bitschi via Medien ausrichten. Der reagiert beleidigt. Wallner habe die gesamte Partei und ihre Wähler beleidigt, sie "politischen Abschaum" genannt, sagte Bitschi bei der Pressekonferenz.

Die ÖVP müsse sich distanzieren. Es sei billig, aus dem Video ein Sittenbild der ganzen FPÖ abzuleiten. Seinerseits distanzierte sich Bitschi von Strache und Gudenus. Alles, was mit Vergaben und Spenden zu tun habe, müsse nun streng geprüft werden. Bitschi: "Wenn es was aufzuräumen gibt, muss aufgeräumt werden." Geprüft würden die Parteifinanzen nun von unabhängigen Wirtschaftsprüfern, das sei am Sonntag vereinbart worden.

Bitschi hätte sich eine Weiterführung der Koalition mit Hofer als Vizekanzler gewünscht. Das sei auch mit der ÖVP so vereinbart gewesen, Kickl habe man ein anderes Ressort angeboten. Das hätte der Bundeskanzler am Samstag um 13 Uhr der Öffentlichkeit mitteilen sollen. Die Volkspartei habe diese Vereinbarung aber gebrochen. (Jutta Berger, 20.5.2019)