Visualisierung: Project Immobilien Wien

Deutscher Entwickler Project will sich auch in Wien etablieren

24. Mai 2019, 08:33

Die österreichische Tochter hat acht Projekte in der Bundeshauptstadt am Laufen, will hier "nachhaltig wachsen"

Wien – Seit drei Jahren ist die deutsche Project Real Estate AG mit einer Tochtergesellschaft auch in Wien sehr aktiv. Derzeit hat man in der Bundeshauptstadt acht Wohnprojekte mit rund 280 Einheiten in Umsetzung, drei davon auch schon in Bau bzw. im Vertrieb: Die 16 Eigentumswohnungen in der Auhofstraße 66A im 13. Bezirk sind bezugsfertig, in der Amalienstraße 54 wird seit Februar an 30 Einheiten gebaut, in der Freyenthurmgasse 9 im 14. Bezirk an 34. Das Bauvolumen in Wien liegt bei rund 100 Millionen Euro, berichtet Ottmar Heinen, Vorstand der Project Beteiligungen AG, dem STANDARD.

Eigennutzer im Fokus

Ziel seien "keine High-End-Wohnungen in 1a-plus-Lagen", und auch Anleger hat man nicht unbedingt im Fokus, sondern Eigentumswohnungen für Eigennutzer. Damit mache man sich "von Marktschwankungen unabhängig", so Heinen. Die Preise bei den im Verkauf befindlichen Wohnungen liegen aber zumeist bei ohnehin recht stolzen 6.000 bis 7.000 Euro je Quadratmeter.

Gebaut wird ein Projekt erst, wenn 25 Prozent der Wohnungen verkauft sind. Der hauseigene Vertrieb sitzt schon bei der Ankaufsentscheidung mit am Tisch, damit man "nicht am Markt vorbeibaut", erklärt Heinen. Eine weitere Maxime sei, dass Kaufpreise nicht reduziert werden. Deshalb wartet in Berlin eine 104 Quadratmeter große Wohnung zum Preis von 1,4 Millionen Euro auch schon seit vielen Monaten auf einen Käufer. "Wir haben festgestellt, dass die Wohnung zu wenig attraktiv ist für die Klientel, die sich das leisten kann", sagt Heinen. "Diese Leute zahlen lieber gleich 1,8 Millionen Euro für 40 Quadratmeter mehr."

Für den hauseigenen Vertrieb in Berlin ist das bitter, denn man zahle Prämien erst dann aus, wenn sämtliche Wohnungen eines Projekts "nicht nur verkauft, sondern auch bezahlt sind", erklärt der Vorstandssprecher. In Deutschland setzt Project mit Hauptsitz in Nürnberg übrigens auch auf kostenpflichtige Reservierungen: Wer sich eine Wohnung für eine gewisse Zeit reservieren will, zahlt 3.000 Euro – und wenn er die Wohnung dann nicht kauft, wird dieser Betrag auch nicht zurückbezahlt.

Investoren-Suche in Österreich

Bei Project handelt es sich eigentlich um einen Fonds, der von privaten wie institutionellen Investoren Geld einsammelt. Das Eigenkapital liegt derzeit bei rund einer Milliarde Euro und stammt ausschließlich von deutschen Kapitalanlegern, mit österreichischen ist man in Gesprächen. Die "Zielrendite" liegt zwischen 7,0 und 7,5 Prozent bei einem Investitionszeitraum von sieben Jahren. Diese Rendite will man ausschließlich mit Neubauprojekten erwirtschaften, von Sanierungen lässt man die Finger. "Wir wollen keine unkalkulierbaren Risiken eingehen", sagt Heinen.

In Österreich will der Entwickler nun "nachhaltig wachsen". In Deutschland gehört Project laut aktueller Studie des Immobiliendienstleisters Bulwiengesa bereits zu den fünf größten Entwicklern im Segment Wohnen. (mapu, 24.5.2019)