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Explosionsgefahr in Wien gebannt: Gasflasche aufgeschossen

24. Mai 2019, 11:05

Großeinsatz in Favoriten, Umgebung wurde wegen Explosionsgefahr geräumt

Wien – Eine brennende Gasflasche in einer Autowerkstätte in Wien-Favoriten hat am Freitagvormittag für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Sie hatte plötzlich zu brennen begonnen. Wegen Explosionsgefahr wurde die Werkstatt evakuiert und die Umgebung geräumt und großflächig abgesperrt, sagte die Berufsfeuerwehr dem STANDARD. Cobra-Beamte schossen die Acetylenflasche schließlich auf.

Der Großeinsatz begann gegen 9.30 Uhr. Die abgestellte Gasflasche hatte in der Werkstatt in der Laaer-Berg-Straße Ecke Urselbrunnengasse Feuer gefangen. "Niemand hat damit hantiert, sie befand sich auf einem Tragerl am Abstellplatz in der Halle", schilderte Werkstättenleiter Christian Linhart der APA. "Plötzlich hat es einen Tuscher gemacht und sie hat gebrannt." Rund 110 Mitarbeiter befanden sich laut seinen Angaben zu dem Zeitpunkt im Autohaus, dazu kamen zahlreiche Kunden. "Unsere Brandschutzbeauftragte haben alles richtig gemacht und sofort das Gebäude geräumt und die Feuerwehr verständigt", sagte Linhart. Die Rettungskette habe ausgezeichnet funktioniert, lobte der Angestellte.

Alarmstufe zwei

"1957 wurde das Autohaus begonnen zu bauen, immer wieder kamen neue Gebäude hinzu, es ist sehr verschachtelt. Wir haben alleine acht oder neun Kundenein- und Ausgänge", berichtete Linhart. Binnen kürzester Zeit sei die Feuerwehr an Ort und Stelle gewesen. Es wurde Alarmstufe zwei aus ausgerufen. "Aufgrund der Explosionsgefahr musste ein größerer Bereich evakuiert werden. Personen, die sich im Umkreis von weniger als 100 Meter aufhielten, wurden aus dem Bereich geführt", berichtete Jürgen Figerl, Sprecher der Berufsfeuerwehr. Eine Räumung der umliegenden Gebäude war nicht notwendig.

Mehr als 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Flasche wurde von ihnen unter laufender Kühlung durch Wasser ins Freie gebracht. Kurz vor 11.00 Uhr schoss sie ein Präzisionsschütze der Cobra mit sieben Schüssen kontrolliert auf.

Großräumige Staus

Im Anschluss wurden Verkehrssperren wieder aufgehoben. Sie hatten während des Großeinsatzes für umfangreichen Stau geführt. So waren neben der Laaer-Berg-Straße auch der Verteilerkreis und die Südosttangente (A23) zwischen Laaerbergtunnel und Gürtel gesperrt worden. Richtung Norden reichte die Kolonne auf der A23 bis über den Knoten Inzersdorf hinaus, in Richtung Süden bis zum Knoten Kaisermühlen. Verstaut waren auch der Gürtel bis zur Triester Straße und die Ostautobahn (A4). Dazu kamen Staus in der Endlichergasse bzw. Bitterlichstraße. In Richtung Norden wurde der Verkehr laut Asfinag bereits beim Knoten Vösendorf abgeleitet.

Warum die Flasche plötzlich zu brennen begonnen hatte, muss erst untersucht werden. "Ohne spekulieren zu wollen, aber einfach so passiert das nicht. Da muss schon ein technischer Defekt vorliegen, beispielsweise eine Undichtheit", erklärte Figerl. Das Autohaus wird die Flasche jedenfalls der Feuerwehr schenken. "Sie haben eine Wahnsinnsarbeit geleistet, kein Auto hat gebrannt, niemand wurde verletzt, wir haben nur ein bisschen Wasser in der Halle", sagte Werkstättenleiter Linhart. "Sie wird von uns in Übungsszenarien eingebaut werden", ergänzte Figerl. (APA, red, 24.5.2019)