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Huawei-Streit betrifft auch hunderttausende Österreicher

12. Juni 2019, 11:00

Die US-Strafmaßnahmen werfen zahlreiche Fragen zur Zukunft der Smartphones des Herstellers auf

Mit seinen Smartphones hat Huawei in den letzten Jahren einen erstaunlichen Siegeszug hingelegt. In Österreich besitzen hunderttausende Menschen mittlerweile die Geräte, auf dem Gesamtmarkt ist man hinter Samsung Nummer zwei.

Die Strafmaßnahmen der Trump-Regierung, die US-Unternehmen die Zusammenarbeit mit Huawei verbieten, treten am 19. August vollständig in Kraft. Bis dahin gilt noch eine "Schonfrist" seitens der US-Regierung.

Vielleicht auch keine Sicherheits-Updates mehr

Kommt es zu keiner politischen Lösung, dann wird es ab diesem Zeitpunkt keine neuen Android-Versionen für die Smartphones von Huawei mehr geben. Solche müsste der Hersteller noch vor Fristende ausliefern. Unklar ist auch, ob Huawei dann noch Sicherheits-Updates ausliefern darf. Google stellt diese den Herstellern im Monatstakt bereit, um neu entdeckte Fehler und Lücken in Android beheben zu können.

Das Huawei Mate 20 Pro.
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Daraus ergibt sich ein beachtliches Sicherheitsrisiko. Ohne Aktualisierungen blieben neu entdeckte Einfallstüren für Cyberkriminelle dauerhaft offen. Das alles gilt auch für Smartphones von Huaweis Tochterfirma Honor, die ebenfalls auf dem heimischen Markt präsent ist.

Neue Huawei-Handys ohne US-Apps

Weil Google außerdem keine neuen Smartphones von Huawei mehr für die Verwendung von Android lizenzieren darf, weiß man auch nicht, ob der Hersteller künftig überhaupt noch Handys mit dem Google-System auf den Markt bringen darf. Wenn ja, dann fällt auf ihnen definitiv die Anbindung an den Play Store weg, und man muss mit Huaweis "AppGallery" vorliebnehmen.

Dort müsste man dann aber auf zahlreiche Apps von US-Firmen verzichten, etwa Facebook, Whatsapp oder Microsoft Office. Aufgrund der vielen Fragezeichen raten Konsumentenschützer – etwa auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) – aktuell davon ab, Huawei-Smartphones zu kaufen. (gpi)