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US-Bann lässt Huaweis Smartphone-Verkäufe in Europa einbrechen

12. Juni 2019, 08:50

Vor allem Firmenkunden meiden chinesischen Hersteller mittlerweile komplett – Auch bei großen Händlern Absätze halbiert

Seit Wochen stellt sich die Smartphone-Branche angesichts des US-Banns gegen Huawei eine Frage: Welche Auswirkungen werden diese Maßnahmen auf Absätze des Unternehmens haben – vor allem außerhalb Chinas und der USA? Bei Winfuture liefert man nun in Berufung auf unterschiedliche Quellen einen ersten Zwischenbericht, und dieser sieht für Huawei alles andere als erfreulich sein.

Erste Zahlen

In der letzten Mai-Woche soll der Anteil Marktanteil von Huawei in Deutschland nur mehr 12 Prozent betragen haben. Dies geht aus Statistiken der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. Zum Vergleich: Nur wenige Wochen zuvor, konkret Anfang Mai, machten Huawei-Smartphones noch 26 Prozent sämtlicher Neuanschaffungen in dieser Sparte aus.

Winfuture betont dabei, dass die Gfk-Statistik zwar ein wichtiger Branchenindex ist, aber generell immer wieder stärkeren Schwankungen unterliegt. Insofern sind die konkreten Zahlen auch etwas mit Vorsicht zu genießen. Also hat man sich auch an anderer Stelle umgehört, doch dort sind die Nachrichten kaum besser. Bei großen Elektronikhändlern wie Saturn und Media Markt zeige sich ein Verkaufsrückgang um die 50 Prozent. Auch bei der Tochtermarke Honor soll es kaum besser aussehen, hier sei der Absatz um 40 Prozent zurückgegangen.

Harte Kalkulation

Dabei hält sich der Markt für Privatkunden offenbar ohnehin noch recht gut – zumindest relativ gesehen. Bei Geschäftskunden solle der Absatz nämlich fast zur Gänze eingebrochen zu sein. Das ist auch nicht ganz unerwartet, gerade Firmen kalkulieren in solchen Dingen recht hart, immerhin kaufen sie umfassende Servicepakete über Jahre hinweg. Und hier stellt ein Gerät mit unsicherer Zukunft ein kaum zu kalkulierendes Risiko dar.

Von Seiten Huaweis will man die Berichte über abstürzende Umsätze nicht im Detail kommentieren. In einem kurzen Statement gegenüber der Rheinischen Post, gesteht man aber zumindest zu, dass "der Verkauf logischerweise etwas (stockt)".

Ausblick

Von all dem profitieren vor allem andere Smartphone-Hersteller: Gerade bei Samsung dürfte man sich derzeit erfreut die Hände reiben. War Huawei doch vor einigen Wochen auf dem besten Weg Samsung die Position als weltweit meistverkaufter Smartphone-Hersteller abzuringen. Dieses Ziel scheint nun in weite Ferne gerückt. (apo, 12.6.2019)

Update 13.6.: Die Zahlen der Gfk wurden mit offiziellen Angaben korrigiert.

Nachlese

China warnt Tech-Giganten vor Huawei-Bann