Udo Wachtveitl (Franz Leitmayr) und Miroslav Nemec (Ivo Batic) ermitteln in München.

Foto: ORF/BR/Hagen Keller

Alt sind sie miteinander geworden und nicht mal grau, sondern schlohweiß. Seit 1991 ermittelt das Tatort-Ehepaar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) in München, hatte bei Weißwurst und Bier dabei auch allerhand Gaudi, wurde von Zeit zu Zeit träger und routinierter, was die Tatort-Fangemeinde leiden ließ.

Nichts davon ist an diesem Sonntag in Der Tod ist unser ganzes Leben zu beklagen. Die beiden begleiten einen Mörder beim Gefangenentransport. Der wird großartig von Gerhard Liebmann gespielt. Er schaut aus wie der jüngere Bruder von Kevin Spacey und ergötzt sich in Hannibal Lecter' scher Überlegenheit am Geschehen.

Gemordet hat er schon im Jahr 2016 und auch damals Leitmayr und Batic an ihre Grenzen gebracht, weil sie ihn nicht fassen konnten. Jetzt macht er ebenfalls Schwierigkeiten, am Ende ist er nicht bei seinem Prozess, sondern ebenso tot wie zwei Justizbeamte. Batic liegt angeschossen im Spital, Leitmayr kann kaum mehr gehen.

Ein Fall für die Interne, keine Frage. Dort aber tauchen grobe Merkwürdigkeiten auf. Offenbar hat Batic geschossen – wohl aus Sympathie für die Witwe eines Mordopfers.

Leitmayr kann es nicht glauben. Er lügt für seinen Kollegen, er brüllt ihn an, die Wahrheit zu sagen, und dann ist diese um nichts besser als der Vorwurf. Ja, sagt Batic, ich hab ihn umgebracht vor Wut und Verzweiflung. Denn: "Unser Beruf ist ein einziger großer Fehler. Keine Frau, kein Leben, der Tod ist unser ganzes Leben."

Nie waren die Kommissare einander so nah und so fern zugleich. Nicht nur das, auch die Frage, wie es jetzt mit den beiden weitergehen soll, hebt diesen Tatort heraus. (Birgit Baumann, 29.4.2017)