Lungenpudding

12. Dezember 2006, 14:42

Ein Wort aus der Grippezeit

Frau B.D. schreibt mir, dass sie von einem stark verkühlten Kollegen unlängst mit dem (wienerischen) Wort "Lungenpudding" konfrontiert worden sei. Gemeint ist damit – die p.t. Leser ahnen es mit Schaudern – jener Auswurf, der sich einstellt, wenn man an einem Katarrh leidet oder seinen Alveolen ständig "Lungenbrötchen" (d.h. Zigaretten) zumutet.

Der Ausdruck "Lungenpudding" ist zwar von drastisch-plastischer Aussagekraft, wie auch der "Lungenpatschen" (wienerisch für den Lungeninfarkt). Mit seiner unangemessenen Nähe zur Sphäre der Lebensmittel ist er allerdings doch auch recht ungustiös – genauso wie die "Strassenpizza". Ich jedenfalls würde einem Kollegen, der mir von seinem "Lungenpudding" erzählt, mit einer gewissen Skepsis begegnen.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
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